28a Besonders geschützte Biotope

Als "Biotope" bezeichnet man Lebensräume von Lebensgemeinschaften aus Tier- und Pflanzenarten. Sie sind meistens durch eine charakteristische Vegetation (Ausnahmen sind z.B. Höhlen) und eine mehr oder weniger große Zahl typischer Tierarten gekennzeichnet. Der gesetzliche Schutz bezieht sich sowohl auf den Lebensraum als auch auf die dazugehörige Lebensgemeinschaft.

Ohne derartige Lebensräume wie Moore, Heiden, unverbaute Gewässer oder blumenreiche Nasswiesen und Magerrasen würde unsere Heimat ihre landschaftliche Eigenart verlieren. Der Verlust dieser Biotope würde das Aussterben von mindestens einem Viertel der bei uns heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Folge haben.

Direkter Schutz per Gesetz
Niemand darf die in den §§ 28a und 28b des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes im Einzelnen aufgeführten Biotope zerstören oder sonst erheblich beeinträchtigen. Keine Verordnung, Satzung oder Einzelanordnung braucht mehr vorauszugehen, um dieses Verbot - wie etwa bei Naturschutzgebieten oder Naturdenkmalen - gebietsbezogen zu konkretisieren. Die bloße Existenz des Biotops, wo immer er sich auch befinden mag, genügt, um den besonderen Schutz auszulösen.

Der Schutz nach § 28a und § 28b gilt selbstverständlich auch in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie anderen Schutzgebieten einschließlich Schutzobjekten; allerdings erzielt er dort nur dann eine zusätzliche Wirkung, wenn in den betreffenden Verordnungen oder Satzungen dieser besondere Schutz der Biotope nicht bereits gewährleistet ist.

Grenzen der Bewirtschaftung
Der besondere Biotopschutz nach § 28a und § 28b bezweckt die Sicherung des derzeitigen Zustandes vor nachteiligen Veränderungen. Nutzungen, die diesen Zustand nicht erheblich beeinträchtigen, sind weiterhin zulässig. Dies gilt z.B. für die forstliche Bewirtschaftung von Wäldern, allerdings mit Einschränkungen. So sind u.a. Kahlschläge sowie die Umwandlung geschützter Waldbiotope in andersartige Forste i.d.R. nicht mit den Vorschriften des § 28a vereinbar.

Hergebrachte Nutzungsweisen, die wesentliche Voraussetzung für die Entstehung bestimmter Biotope waren, sind sogar erwünscht. Dazu zählt insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung von Nassgrünland und Magerrasen durch Mahd oder extensive Beweidung. Nicht zulässig sind dagegen die Intensivierung der Bewirtschaftung oder auch die Fortführung von intensiven Nutzungsweisen, wenn diese schleichend zu einer erheblichen Beeinträchtigung oder gar Zerstörung des geschützten Biotops führen (z.B. durch zu starke Düngung, Entwässerung oder zu hohen Viehbesatz).